Meine virtuelle Presse

Das Experiment „Desktop im Web“ – Wer mag mitmachen?

Aus technischen Gründen habe ich meinen Webserver von einem Hetzner-Rootserver auf einen anderen umgezogen. Bis ich herausfand, warum meine Webseiten nicht mehr erreichbar waren, hatte ich die Konfiguration so zerschossen, dass es einfach keinen anderen Ausweg mehr gab.

Jedenfalls habe ich nun einen Rootserver „zu viel“ angemietet, und bis zum 31. Oktober bezahlt. Was also tun, mit ordentlich Rechenpower und „unlimited Bandwidth“?

Das Webtop-Experiment

Wie praktikabel ist es, den gesamten Arbeitsbereich ins Web zu verlagern? Access Anywhere. Hierzu gibt es ja schon einige Angebote wie Google-Mail/News/Docs/whatever und von den Mitbewerbern. Ebenfalls erfreuen sich „Webspeicherdienste“ wachsender Popularität. Beidem gegenüber war ich bislang skeptisch eingestellt. Die Stichworte hierzu: Datenschutz, Abhängigkeit aka. „Lock In“

Bestandteile meines Webtops

Folgende Möglichkeiten sollten geboten werden:

  • Fernsteuerung von „normalen Desktop Applikationen“ – Firefox, Thunderbird, OpenOffice.org, Inkscape, Gimp, Tweetdeck, …
  • Zugriff auf die Festplatte via SSHFS (unter Windows und Linux möglich
    daraus ergibt sich die Möglichkeit, die Daten mit normalen Anwendungen zu bearbeiten oder mit „handelsüblichen“ Programmen zu syncronisieren.
  • Syncronisation von Einstellungen (Lesezeichen, etc.) zwischen Webtop und Desktop
  • Kein Lock-In

Der letzte Punkt ist dadurch gegeben, dass ich auf dem Webserver ein normales Ubuntu-System installiert habe. Wer sich also an das Arbeiten in der Web-Umgebung gewöhnt, der ist nicht auf mich angewiesen – Server mieten, installieren und die Freiheit genießen.

Unter Ubuntu laufen dann auch die normalen Desktop-Anwendungen, die man auch vom heimischen Rechner gewohnt ist. Linux-User brauchen sich gar nicht umstellen, Windows-User werden es auch schaffen 🙂

Der Zugriff auf den Web-Desktop wird mit NoMachine realisiert: Auf dem Server läuft FreeNX mit dem Web-Companion. Somit kann man mit dem normalen NX-Client oder auch über einen Webbrowser auf den Webtop zugreifen. Dies funktioniert auf modernen Rechnern sogar in akzeptabler Geschwindigkeit. Mein Pentium4-Laptop ging bei der Aufgabe jedoch in die Knie 🙁

Die Einbindung in das Dateisystem des heimischen PCs übernimmt SSHFS. Hiermit wird das Remote-Dateisystem in den lokalen Verzeichnisbaum (unter Windows als Netzlaufwerk per Buchstaben) eingebunden. Linuxer installieren hierzu die Pakete für FUSE und SSHFS, Windows-Nutzer finden alles benötigte bei Dokan.net: Die Dokan-Library und Dokan-SSHFS.

Wer kann mitmachen?

Gerne würde ich auch anderen die Möglichkeit geben, dieses Setup zu testen.

  • Voraussetzungen? Experiemtierfreudigkeit & Leidensfähigkeit. Bereitschaft den NX-Client und oder SSHFS zu installieren.
  • Kosten? Keine – der Server ist bis Ende Oktober bezahlt. Ansonsten siehe „Feedback“, weiter unten.
  • Dauer der Aktion? Bis Ende Oktober bzw. bis Hetzner den Server vom Netz nimmt.
  • Garantien? Keine!
  • Feedback? Zwei bis drei Blogpostings von jedem Teilnehmer wären klasse (1 x zu Begin, 1 x Zwischenbericht und 1 x Fazit).
  • Ist am 31.10. wirklich Schluß? Allerhöchstwahrscheinlich. Wenn sich der Webtop bis dahin bewährt haben wird, können wir bis zum 22.10. noch darüber sprechen, ob wir den Server für einen weiteren Monat mieten möchten. Dann würde ich aber die Servermiete auf die Teilnehmer umlegen. (Natürlich nur auf die, die weitermachen wollen).

Wie kann man mitmachen?

Wer Interesse hat, kann dies hier in den Kommentaren schreiben. Ich sende Euch dann die Zugangsdaten zu – Mailadresse habe ich ja im Kommentar.

Selbstverständlich bin ich auch für jede andere Art von Feedback offen – also, immer her damit 🙂

PS: Ja, dieser Artikel entstand im Firefox auf dem Webtop über den NX-Client.

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